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Geografie
Weißenfels liegt am Austritt der Saale aus dem Buntsandsteingebirge in die Leipziger Tieflandsbucht, unweit der A 9, etwa 30 km südwestlich von Leipzig.
Geschichte
Weißenfels hat seit 1185 das Stadtrecht, geographisch günstig gelegen, verliefen durch das Stadtgebiet zwei Handelsstraßen, eine Saalefurt ermöglichte den Flussübergang. Durch die bereits vorhandene Burganlage wurde die entstehende Stadt zudem militärisch genutzt. Im Laufe des Spätmittelalters und der beginnenden frühen Neuzeit entwickelt sich eine handwerkliche Ausprägung der Stadt Weißenfels - besonders das Schneider- und Schusterhandwerk etabliert sich. Allerdings gab es bereits vor 1185 drei Dörfer auf dem heutigem Stadtgebiet. Das waren Tauchlitz (entlang des Greislaubaches), Horklitz (auf dem Georgenberg, später in Georgenberg umbenannt) und Klenkow(e)/Klingau, welches später als Klingervorstadt eingegliedert wuede. Tauchlitz taucht erstmals 1047 in Dokumenten auf und Horklitz/Georgenberg wurde im 10. Jahrhundert erstmals erwähnt.
Während des Dreißigjährigen Krieges wurde die Stadt stark geschwächt, die Bevölkerung sank von 2200 auf 960. Wenige Jahre nach Beendigung des Krieges erlebte Weißenfels einen wirtschaftlichen Aufschwung. Die Saalestadt wurde Residenz des Herzogtums Sachsen-Weißenfels. Ende des 18. Jahrhunderts, aber vor allem im 19. Jahrhundert erlebt das Gebiet um Weißenfels einen wirtschaftlichen Aufschwung. Ab 1764 wird Kohle gefördert und infolge der zunehmenden Industrialisierung ab Mitte des 19. Jahrhunderts setzte nicht nur eine rasante Entwicklung zu einem wachsenden Industriestandort ein. Es entstanden viele Fabriken, besonders der Schuhherstellung kam in der Stadt Weißenfels eine besondere Bedeutung zu. 1895 bestanden allein 45 Schuh- und Schaftfabriken. Ab Mitte der 1930er Jahre entstanden die großen Chemiewerke Leuna und Buna, deren Beschäftigungspotenzial bis nach Weißenfels reichte.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden viele Schuhbetriebe verstaatlicht und aus den einzelnen setzte sich das neue DDR-Kombinat Schuhe mit großen Produktionsstätten, Schuhmaschinenbau und Forschungseinrichtungen zusammen. Bis Ende der Achtziger Jahre entwickelte sich Weißenfels zum größten Schuhproduktionsstandort der DDR, es arbeiteten über 6000 Beschäftigte in den Fabriken im Raum Weißenfels, die 75% der Schuhe für die DDR produzierten.
Nach der Wende führte die Umstrukturierung und Privatisierung der Betriebe zu einem Zusammenbruch der gesamten Industrie. Durch die Öffnung der Wirtschaft zum Weltmarkt bestand besonders für die Schuh-Großindustrie der ehemaligen DDR kaum eine Überlebenschance, bedingt durch die große Konkurrenz in den Billiglohnländern. Dies führte zu einer sprunghaft ansteigenden Arbeitslosenrate verstärkt durch die massive Reduzierung der benötigten Arbeitskräfte in der chemischen Industrie im benachbarten Leuna.
Eingemeindungen
Weißenfels hat derzeit nur einen Ortsteil: Borau. Borau wurde 1995 zu Weißenfels eingemeindet und hat zirka 1000 Einwohner. Das Dorf selbst unterteilt sich nochmals in die ehemaligen Dörfer Borau, Selau und Kleben. Allerdings gab es bereits im 19. Jahrhundert und davor Eingemeindungen (Georgenberg, Tauchlitz, Klingau, Beuditz) wobei diese den Namen nicht beibehielten oder änderten. Die Gemeinde Georgenberg wurde später als Stadtviertel integriert. Klingau wurde zur "Klingervorstadt", die sich in eine Ober-(Hohe Straße) und Unterstadt (Leipziger Straße) gliederte.
Kultur und Sehenswürdigkeiten
* Schloss Neu-Augustusburg mit Museum (ständige Ausstellung zur Geschichte der Stadt, inklusive Schuhmuseum, wechselnde Sonderausstellungen) und Schlosskirche, in der sonntäglich lutherische Hochmessen gefeiert werden. Die Gruft unter der Schlosskirche ist auf Anfrage oder zu besonderen Anlässen („Tag des offenen Denkmals“, „Schlossfest“) zu besichtigen.
* Geleitshaus mit Museum und Restaurant (In dem Haus wurde der Leichnam des Schwedenkönigs Gustav II. Adolf seziert (Blutfleck im Erkerzimmer). Das Museum zeigt neben einem Diorama mit 10.000 Zinnsoldaten (1632, Schlacht bei Lützen) anschaulich die Auswirkungen des 30-jährigen Krieges auf die Stadt.)
* Heinrich-Schütz-Haus mit Museum.
* Novalis-Haus mit Museum (Novalis-Pavillon in unmittelbarer Nachbarschaft. Novalis-Grab ca. 150 m entfernt im Stadtpark.)
* Marienkirche mit Ladegast-Orgel
* Barockes Rathaus und weitere barocke Fassaden in der Innenstadt.
* Das barocke Fürstenhaus in der Leipziger Straße 9 ist aus der Residenzzeit. Es wurde 1673 errichtet und diente vor allem als Wohnsitz hoher herzoglicher Hofbeamter. Die grau-altrosa Fassade des zwischen 2004 und 2006 sanierten zweieinhalbgeschossigen Gebäudes entspricht der historischen Farbgebung. Bei der Innenausstattung ragen vor allem die Stuckaturen in der ersten Etage hervor, die Ende des 17. Jahrhunderts von italienischen Stuckateuren ausgeführt wurden. Für die Zukunft ist eine öffentliche Nutzung des Gebäudes vorgesehen.
* barockes Altherzogliches Haus ("Prinzessinnenpalast")
* herzogliches Ballhaus (Ballspielhalle der Herzogskinder)
* Marstall (zur Schlossanlage Gehörend)
* Luise von Francois Haus
* z. T. sehr schöne Fassaden im Stil der Gründerzeit in der Weißenfelser Neustadt, Beuditzstraße, Naumburger Str. und deren Seitenstraßen und Viertel
* Jägerhof (traditionelles Gasthaus)
* Amtsgericht
* Klarissenkloster
* Goethe- Gymnasium Haus I (Hauptgebäude)
* Gebäude des Polizeireviers (ehemaliges Lehrerseminar)
* Bankhäuser in der Jüdenstraße(zwischen Saal- und Friedrichstraße)
* Cafe Centra am Markt (Jugendstil)
* Müller Kaufhaus im Bauhausstil
* Weißenfelser Stadtjunge „Schusterjunge“ im Stadtpark (Maskottchen der Stadt)
* Märchenbrunnen in der Neustadt
* Heimatnaturgarten (Tierpark, der heimatliche Fauna und Flora zeigt.)
* Weinbauregion Saale-Unstrut mit dem örtlichen Lagenwein „Burgwerbener Herzogsberg“.
* Die Saale im Stadtbild mit drei Wehren und Schleusen (stromabwärts: Beuditzschleuse, Brückenmühlenschleuse, Herrenmühlenschleuse). Touristische Erschließung für Wasser- und Radwanderer („Blaues Band“, Saale-Radweg)
* Klemmberg mit Bismarckturm. Der Bismarckturm, der eine Höhe von 21 Metern hat, wurde 1907 eingeweiht. Zu DDR-Zeiten trug der Turm den Namen Keplerturm, erhielt aber kurz nach der Wende seinen ursprünglichen Namen zurück. Die überdachte Aussichtsplattform mit den fünfeckigen Aussichtsfenstern ist seit den Achtzigerjahren nicht mehr zugänglich. 2005 wurde ein Verein ins Leben gerufen, der sich um die Sanierung des Bauwerks einsetzt, die bis zum 100-jährigen Baujubiläum im Juli 2007 vollzogen sein soll.
* Parkanlage Georgenberg mit historischer Stadtmauer und Pulverturm
* Edelhaus (Gutshaus) auf dem Georgenberg
* Stadtpark
* Auen- und Uferlandschaft der Saale
* Gebäude der ehemaligen Oettler-Brauerei (heute MEG und CK-Gruppe)
* Ziele in der näheren Umgebung: Lützen (Gustav-Adolf-Gedenkstätte), Reichardtswerben (Ausstellung mit Diorama zur Schlacht bei Roßbach, 1757), Goseck (ältestes Sonnenobservatorium, Gosecker Schloss), Großgörschen (Schlacht bei Großgörschen 1813), Wandermöglichkeiten insbesondere entlang des Saaletales zwischen Weißenfels und Naumburg / Goseck.
* als Kultureinrichtungen: Kulturhaus (ehemaliges Stadttheater)
* Aula des Goethe-Gymnasiums als Veranstaltungsraum
Quellen : » www.wikipedia.de